Dürfen Hunde Erdnussbutter essen? Wann sie geeignet ist – und wann Du besser verzichtest
Erdnussbutter taucht immer häufiger in Hundekeks-Rezepten, Schleckmatten und selbstgemachten Snacks auf. Kein Wunder – sie riecht intensiv, lässt sich gut verarbeiten und wird von vielen Hunden geliebt.
Gleichzeitig bekomme ich dazu regelmäßig dieselbe Frage gestellt:
Ist Erdnussbutter für Hunde wirklich unbedenklich – oder nur in bestimmten Fällen?
Die ehrliche Antwort ist:
👉 Es kommt nicht auf die Erdnussbutter an sich an, sondern auf das Produkt, die Zusammensetzung und den Einsatzzweck.
Und genau darum geht es in diesem Artikel.
Die kurze Antwort vorweg:
Ja, Hunde dürfen Erdnussbutter essen – aber nicht jede.
Viele handelsübliche Produkte enthalten Zusätze, die für Hunde ungeeignet oder sogar problematisch sind.
Wenn Du weißt, worauf Du achten musst, kann Erdnussbutter jedoch gezielt und sinnvoll eingesetzt werden – zum Beispiel beim Hundekekse backen oder für kleine Belohnungen.
Warum nicht jede Erdnussbutter für Hunde geeignet ist
Auf den ersten Blick wirkt Erdnussbutter wie ein sehr simples Produkt: gemahlene Erdnüsse, sonst nichts.
In der Praxis zeigt ein Blick auf die Zutatenliste jedoch schnell, dass viele Erdnussbutter-Produkte deutlich mehr enthalten als nur Erdnüsse.
Häufig finden sich Zusätze wie:
- Zucker oder Sirup
- Salz
- zusätzliche pflanzliche Fette
- Emulgatoren oder Aromastoffe
Für Hunde sind diese Zusätze nicht sinnvoll – und in manchen Fällen problematisch. Deshalb ist Erdnussbutter nicht automatisch eine gute Wahl, nur weil sie „nach Erdnuss aussieht“.
Xylit – warum dieser Inhaltsstoff für Hunde absolut tabu ist
Besonders kritisch – und der wichtigste Punkt überhaupt – sind Erdnussbutter-Produkte, die Xylit (Birkenzucker) enthalten.
Xylit wird häufig als „zuckerfreie“ Alternative beworben und ist für Menschen unproblematisch. Für Hunde gilt das nicht.
Schon sehr kleine Mengen Xylit können beim Hund schwere Reaktionen auslösen. Der Stoff führt dazu, dass der Körper plötzlich große Mengen Insulin ausschüttet. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel innerhalb kurzer Zeit stark abfallen. Dieser schnelle Abfall ist für Hunde lebensgefährlich.
Typische Folgen können sein:
- starke Schwäche
- Zittern oder Orientierungslosigkeit
- Erbrechen
- Krampfanfälle
In schwereren Fällen kann Xylit zudem die Leber massiv schädigen. Deshalb wird Xylit bei Hunden nicht als „riskant“, sondern als absolut ungeeignet eingestuft.
Wichtig zu wissen:
Xylit ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Es kann auch unter Bezeichnungen wie Birkenzucker oder als Bestandteil „zuckerfreier“ Produkte auftauchen. Genau deshalb ist ein sorgfältiger Blick auf die Zutatenliste bei Erdnussbutter unverzichtbar.
Für die Praxis gilt daher ganz klar:
👉 Erdnussbutter mit Xylit hat in der Hundeernährung nichts zu suchen – weder als Snack noch als Backzutat.
Wenn Du unsicher bist oder die Zutatenliste nicht eindeutig ist, ist der Verzicht immer die bessere Entscheidung.
Fett- und Kaloriengehalt realistisch einschätzen
Erdnussbutter ist von Natur aus sehr fett- und energiereich. Das ist nicht per se schlecht, bedeutet aber, dass sie nicht als regelmäßiger Snack gedacht ist.
In kleinen Mengen eingesetzt – zum Beispiel im Teig oder als aromatische Ergänzung – ist sie etwas anderes als ein Löffel „nebenbei“.
Gerade beim Hundekekse backen ist Zurückhaltung wichtig, damit der Teig nicht zu fettig wird und die Kekse gut gelingen.
Individuelle Verträglichkeit beachten
Wie bei vielen Lebensmitteln kann es auch bei Erdnüssen vorkommen, dass einzelne Hunde empfindlich reagieren. Deshalb ist es sinnvoll, neue Zutaten immer vorsichtig und in kleinen Mengen einzusetzen und zu beobachten, wie Dein Hund damit zurechtkommt.
Praktischer Hinweis für den Alltag
Erdnussbutter direkt aus dem Glas anzubieten, ist keine gute Idee – vor allem bei kleineren Hunden. Die sehr feste, klebrige Konsistenz kann unangenehm sein und sorgt schnell für Stress.
Besser ist es, Erdnussbutter – oder noch besser Erdnussmus – gezielt weiterzuverarbeiten oder sehr sparsam unterzumischen.
Ist Erdnussmus für Hunde besser geeignet als Erdnussbutter?
Ja – in den meisten Fällen ist Erdnussmus die deutlich bessere Wahl.
Der wichtigste Unterschied liegt nicht im Namen, sondern in der Zutatenliste.
Während Erdnussbutter häufig Zusätze enthält, besteht reines Erdnussmus in der Regel ausschließlich aus gemahlenen Erdnüssen – ohne Zucker, ohne Salz, ohne Zusatzstoffe.
Genau das macht Erdnussmus für Hunde deutlich übersichtlicher und besser kontrollierbar.
Wenn Du für Deinen Hund etwas verwenden möchtest, das:
- möglichst naturbelassen ist
- keine versteckten Zusätze enthält
- sich klar einschätzen lässt
dann bist Du mit Erdnussmus in den meisten Fällen auf der sicheren Seite.
Erdnussbutter richtig in Hundekeksen verwenden
Jetzt, wo wir einige gesunde Alternativen zu Erdnussbutter kennengelernt haben, lass uns darüber reden, wie man Erdnussbutter sicher in Hundekeksen verwenden kann. Es ist kein Geheimnis, dass viele Hunde den Geschmack von Erdnussbutter lieben, und es kann eine großartige Möglichkeit sein, ihren Leckereien einen besonderen Geschmack zu verleihen.
Die richtige Erdnussbutter auswählen
Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Erdnussbutter gleich sind. Einige Marken enthalten Zutaten, die für Hunde schädlich sein können, wie zum Beispiel Xylitol, ein künstlicher Süßstoff, der für Hunde toxisch ist. Daher solltest Du immer sicherstellen, dass die Erdnussbutter, die Du für Deinen Hund verwendest, Xylitol-frei ist. Am besten wählst Du eine natürliche Erdnussbutter, die nur aus Erdnüssen und eventuell einer Prise Salz besteht.
Auf die Menge achten
Beim Backen von Hundekeksen mit Erdnussbutter ist es ebenfalls wichtig, die Menge zu beachten. Obwohl Erdnussbutter eine gute Proteinquelle ist, ist sie auch ziemlich kalorienreich. Daher solltest Du sie nur in Maßen in Deinen Hundekeksen verwenden, um sicherzustellen, dass Dein Hund nicht zu viele zusätzliche Kalorien zu sich nimmt.
Deinen Hund beobachten
Vergiss auch nicht, Deinen Hund nach dem Verzehr der Kekse zu beobachten. Jeder Hund ist anders, und manche Hunde könnten empfindlich auf Erdnussbutter reagieren, auch wenn sie in der Regel sicher ist. Wenn Du bemerkst, dass Dein Hund nach dem Verzehr von Erdnussbutterkeksen Durchfall oder Erbrechen hat, solltest Du die Fütterung einstellen und einen Tierarzt konsultieren.
Hundekeks Rezepte mit Erdnussbutter / Erdnussmus


Fazit: Erdnussbutter – ein Genuss in Maßen
Erdnussbutter kann in Maßen für Hunde sicher sein, aber sei vorsichtig mit zuckerhaltigen oder xylitolhaltigen Sorten. Immer den Tierarzt konsultieren, wenn Du unsicher bist. Letztendlich sind selbstgemachte Hundekekse mit Erdnussbutter eine leckere Leckerei, die Dein Hund lieben wird. Sie sind auch eine großartige Möglichkeit, Deinem Hund etwas Besonderes zu bieten, ohne seine Gesundheit zu gefährden.
Fragen aus der Dog Bakery Community
Ich schaue mir immer zuerst die Zutatenliste an – nicht die Vorderseite.
Wenn dort wirklich nur Erdnüsse stehen, ist das eine gute Basis. Sobald Zucker, Salz, Sirup, Aromen oder Süßstoffe aufgeführt sind, lasse ich das Produkt im Regal stehen. Besonders wichtig: Steht irgendwo Xylit oder Birkenzucker, ist die Erdnussbutter für Hunde komplett ungeeignet.
Ja, den gibt es. Dunklere Erdnussbutter ist meist stärker geröstet und hat ein intensiveres Aroma. Das ist für manche Hunde kein Problem, für empfindlichere aber oft schwerer verdaulich. Ich greife deshalb lieber zu mild gerösteten oder helleren Varianten – die sind meist bekömmlicher und lassen sich auch besser im Teig verarbeiten.
Nicht automatisch, aber es hat einen großen Vorteil: Du weißt ganz genau, was drin ist.
Wenn Du Erdnussmus selbst machst und wirklich nur Erdnüsse verwendest, hast Du volle Kontrolle und keine versteckten Zusätze. Wichtig ist nur, ungesalzene Erdnüsse zu nehmen und sehr fein zu pürieren, damit die Konsistenz gleichmäßig wird.
Erdnussmus bringt Fett und Bindung mit. Das macht Teige oft weicher und geschmeidiger, kann sie aber auch schnell zu fettig machen. Gerade bei Backmatten-Rezepten merkt man das deutlich. Ich setze Erdnussmus deshalb immer eher als Aromakomponente ein und nicht als Hauptzutat.
